
Eine Monstertour: von Bremen-Vegesack über Darmstadt nach Lyon am 7./8.3.2005:
Leider, wie jeder weiß, wurden die Mühen nicht wirklich von Erfolg gekrönt. Dafür hatten die drei, damals noch angehende Vegeboys, eine Menge Spaß und Erlebnisse, die sie nicht missen wollen. Trotz Mitnahme geheiligten Weserwassers, aufgenommen am Fähranleger zu Vegesack und Weihung des Stadions "Stade de Gerland" mit selbigem, ist das Spielergebnis nicht wirklich positiv ausgefallen. Dafür galt mal wieder der so schöne Sinnspruch: dabei sein ist alles! Und: Die französischen Supporter erwiesen sich als echte Sportsfreunde. So wurden wir, nach dem Spiel, auf dem Parkplatz, mit Brot und Wein verabschiedet. Merci!
Abschließende Betrachtung zum Trip nach Lyon: Wer da nun dem Glaube unterliegt, in anderen „CL-Stadien“ würde es fürchterlich „chic“ und „hipp“ zugehen, dem empfehle ich einen Besuch im schönen „Stade de Gerland“, im noch schöneren Lyon. Eine Zierde der Architektur, asketischer Betonklotz mit Aussicht auf Lungenentzündung… und grausamer Auswärtsklatsche. Ein Bau, der alle Wünsche eines schlichten Gemüts befriedigt. Womit ich auf den Sanitärbereich verweise der, diese Bezeichnung selbstredend, nicht im Ansatz verdient. Aus hartgesottenen Lehrzeiten auf der „AG Weser“, sind mir die Latrinen auf der Außenanlage des Werftgeländes,noch in „lebhafter“ Erinnerung und ich darf sagen: Alle Achtung Lyon! Voll auf Augenhöhe oder besser: voll bis Augenhöhe!
Eine schönere Überleitung zum Thema Service / Hospitality will mir einfach nicht gelingen! Speisen wie Gott in Frankreich. Da hat der liebe Gott wohl ein Nickerchen gemacht, als er den Gästebereich dieses Tempels errichten sollte. Schlaffe, eiskalte Käse-Sandwiches, wurden von unlustig blickenden Gesellen, am mobilen Tapeziertisch gereicht. Da verlangt die frierende Fanseele nach einem guten Schluck Kaffee, der prompt serviert, auf der Zunge den Geschmacks-Gedanken „Hoppla“ oder „Knüppel-auf-dem-Kopf“ entfaltet.
Tjjjjaaaaahhaaa, da weiß man, was man hat, liebe Hausfrau!
Da wo die Weser einen großen Bogen macht:
Beschenkt von solchen Erlebnissen, den Albtraum noch im Gepäck betrete ich, voller Ehrfurcht, freudetrunken und demütig meine geliebte Nordgerade. Tränen des Glücks verlassen meine Augäpfel, den Boden küssend, schleppe ich mich schluchzend zu meinem Stammplatz. Überwältigt von der heimeligen Atmosphäre, dem Service, der Toilette…bekannten Gesichtern, kann ich mein Glück kaum fassen. Umgehend werden mir Taschentücher gereicht, eine warme Brezel offeriert und auf mein Nicken hin, in den Hals geschoben. Der Sitznachbar ordert derweil ein schlankes Blondes, stets um mein Wohl bemüht! Ooooohhh Nordgerade, Du meine Heimstadt, Ort der Freude, Quell unendlichen Glücks, niemals möchte ich Dich eintauschen!
In Liebe dein Woody
Bremen, 27.10.2005